Wenn der Harndrang den Alltag bestimmt
Überaktive Harnblase (OAB)
Viele Frauen kennen das Problem: häufiger, plötzlicher Harndrang, der kaum zu kontrollieren ist, und manchmal sogar ungewollter Urinverlust. Die überaktive Harnblase (OAB) betrifft Frauen jeden Alters, besonders häufig aber in Phasen hormoneller Veränderungen wie Schwangerschaft, nach der Geburt oder in der Menopause.
Gemeinsam erörtern wir eine mögliche Therapie, die Ihre Beschwerden bestmöglich lindern und Ihre Lebensqualität erhöhen kann.
Häufiges Wasserlassen, oft mehr als 8-mal täglich
Dringender Harndrang, der plötzlich und stark auftritt
Dranginkontinenz (unerwarteter Urinverlust bei Harndrang)
Nächtliches Wasserlassen (Nykturie), das den Schlaf stört
Einschränkungen im Alltag und im sozialen Leben
Manchmal begleitet von einem unangenehmen Druckgefühl im Unterbauch
Hormonelle Veränderungen (z. B. Abnahme von Östrogen in den Wechseljahren, Schwangerschaft)
Schwäche des Beckenbodens durch Geburt, Verletzungen oder altersbedingten Muskelabbau
Infektionen oder Entzündungen der Harnwege oder Scheide
Veränderungen der Blasenmuskulatur und Nervensteuerung
Psychische Belastungen und Stress
Anatomische Besonderheiten wie eine kurze Harnröhre
Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes, Übergewicht)
In meiner Praxis erfolgt eine sorgfältige Abklärung, um die Ursachen gezielt zu identifizieren:
Ausführliches Gespräch über Beschwerden, Lebensumstände und Begleiterkrankungen
Urinuntersuchung zum Ausschluss von Infektionen
Ultraschalluntersuchung von Blase, Nieren und ggf. Beckenboden
Messung des Restharns
Beckenbodendiagnostik und Funktionsprüfung
Blasentagebuch zur Dokumentation von Trink- und Toilettenverhalten
Bei Bedarf: Blasenspiegelung (Zystoskopie) oder weitere spezialisierte Untersuchungen
Beckenbodentraining und Physiotherapie zur Stabilisierung der Blasenfunktion
Lokalhormontherapie zur Verbesserung der Schleimhaut in Scheide und Harnröhre (besonders in den Wechseljahren)
Medikamentöse Behandlung mit gezielten Wirkstoffen zur Beruhigung der Blase
Botulinumtoxin-Injektionen bei schweren oder therapieresistenten Fällen
Lebensstilberatung, z. B. zur Vermeidung von Reizstoffen und Stressmanagement
Auf Wunsch: Unterstützung durch Infusionstherapien zur Stärkung der Abwehr und Verbesserung der Mikrozirkulation